Heilen und Räuchern mit Pflanzen

Die Kräuterheilkunde ist eine sanfte und ganzheitliche Kunst. Sie geht freundlich mit der Erde, umserem Körper und unserer Seele um. Laut Definition sind Kräuter alle Pflanzen, deren Bestandteile oder einen Teil ihrer Bestandteile, wie Blüten, Blätter, Früchte oder Wurzeln man zu medizinischen Zwecken einsetzen kann.

Eine indianische Weisheit von Big Thunder:
„Der große Geist ist unser Vater, aber die Erde ist unsere Mutter. Sie nährt uns; was wir der Erde geben, gibt sie uns zurück und sie schenkt uns auch Pflanzen, die uns heilen.“

Heute, ungefähr 100 Jahre, nachdem diese Worte ausgesprochen wurden, ist das Interesse an der Kräuterheilkunde so groß wie nie. Viele Menschen haben schon lange erkannt, dass diese sanfte Art der Medizin in vielen Fällen der „chemischen Keule“ vorzuziehen ist.
Eine Reihe von Pflanzen besitzt ein vielfältiges Potential, dass sie bei ganz verschiedenen Gelegenheiten ein zu setzen sind. So hilft zum Beispiel der Fenchel besonders Mutter und Kind. Bei Babys hat Fencheltee eine ausgezeichnete Wirkung gegen Blähungen. Für die stillende Mutter ist Fenchel nützlich bei der Bildung von Muttermilch.
Ein echter „Allrounder“ aus dem Reich der Pflanzen ist der Holunder. Aus seinen Blüten lassen sich Erfrischungsgetränke oder Tees herstellen. Der Tee aus Holunderblüten wird eingesetzt bei Erkältungskrankheiten und Fieber, ebenso wie bei rheumatischen Beschwerden. Aus den Beeren und Blüten des Holunder kann man auch schmackhafte Marmeladen, Gelees und Wein zubereiten.
Der Holunderbusch kann aber auch auf eine lange Geschichte für seine rituellen Anwendungen zurück blicken!

Foto: HolunderHolunderblüte
Fotograf: Siegfried Bellach / pixelio.de

In früheren Zeiten stand in jedem Hof ein Holunderbusch. Er galt als Schutzbaum für Haus, Hof und seine Bewohner. Denn man war der Überzeugung, dass in diesem Busch ein Schutzgeist lebte. Dieser Schutzgeist bannte alle negativen Energien und Gefahren, die das das Haus bedrohten. So war der Holunderbusch der kostbarste Baum für das Haus, vor dem man sogar den Hut zog und der nicht gefällt werden durfte, da sonst die negativen Energien frei würden.
Die getrockneten Blüten der Holunder werden schon seit Jahrhunderten zum Verräuchern benutzt. Die Räucherung mit Holunderblüten bietet einen besonderen Zugang zu der Welt der Ahnen. Mit Hilfe des Rauches befragte man seine Vorfahren um Rat und Hilfe bei Problemen.
Auch zur Reinigung des Hauses und zur energetischen Aufladung von Gegenständen ist eine Räucherung mit Holunderblüten sinnvoll.
Natürlich wird auch das Holz des Holunders genutzt- sogar um Zauberstäbe daraus zu fertigen. Allerdings war es immer schon der Brauch, dem Holunder großen Respekt zu erweisen. Bevor man ihn zurück schnitt oder sein Holz für Körbe oder Kultgegenstände verwendete, fragte man ihn freundlich um Erlaubnis.
Der Holunder ist nur ein Beispiel für die vielfältige Verwendungsmöglichkeiten der Pflanzen. Von ganz irdischen Dingen, wie der Marmelade bis zum Kontakt mit dem Jenseits- all diese Möglichkeiten schenkt uns dieser wunderbare Busch!

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